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08.11.2011

Sommer und Herbst



Sommer und Herbst

An sonnentrunkene Tage
duftend
nach frischem Grün
und tausend bunten Blumen
dachte ich,
Als gedankenverloren
ich wanderte durchs herbstliche Land.
Dürre Blätter umschwebten mich
wie kleine bunte Schirme,
raschelten unter meinen Schritten.
Die Wälder standen
schweigend
prachtvoll glänzend
in Kupferrot,
sattem Gold
und tiefem Grün,
wie ein Gemälde,
dessen betörende Schönheit
mir den Atem nimmt.
Sommer und Herbst,
zwei Jahreszeiten,
die ich liebe
weil sie zusammengehören
wie du und ich
unauflöslich,
ewiglich.


»Was der Frühling nicht säte, kann der Sommer nicht reifen,
der Herbst nicht ernten, der Winter nicht genießen


Zitat von Johann Gottfried von Herder (1744-1803)

Idar, im November 2011

27.10.2011

Vorbei


Vorbei

Durch Landschaften
Von atemberaubender Schönheit
wanderten wir
Hand in Hand
durch Frühling, Sommer
Herbst und Winter,
stets in Gedanken
eng verbunden.
Es schien,
als sollten wir
für alle Zeit zusammen sein,
fern von allem,
das uns jemals hätte trennen können.
Unser Traum verwehte
wie Blütenstaub im Wind.
Was blieb
war Dein Bild in mir.


Copyright G. Bradshaw

13.10.2011

Am Sky River


Whispering Pines am Sky River

Das Lied
flüsternder Kiefern erklingt
aus Wäldern
unfassbar groß
in ihrer Unendlichkeit
mit glitzernden Seen,
die das Blau des Himmels trinken,
sich kräuseln
im warmen Wind
des verblühenden Sommers.
Ich werde eins
mit der atemlosen Stille,
die über allem liegt
und jäh unterbrochen wird
vom Schrei auffliegender Möwen
nur für einen Herzschlag lang
angesichts der
zeitlosen
immerwährenden
Einsamkeit
der kanadischen Wildnis.

Copyright Gisela Bradshaw

09.09.2011

Dies wunderschöne Land



Dies wunderschöne Land

Nie möchte ich missen
mein wunderschönes Land,
die Hügel,
Wiesen,
Felder
und inmitten dieser Herrlichkeit
des kleinen Flusses
silbern Band.
Ein Vogel möchte ich sein,
meine Flügel spannen
und hoch über allem
die ganze Schönheit
mit einem Blick umfangen.
Wie ein Stück von dir
Fühl ich mich,
trage dich in mir
als ob ich dich kannte
seit ewigen Zeiten schon.

„…warum liebt man die Heimat? Deswegen: das Brot schmeckt da besser, der Himmel ist höher, die Luft da ist würziger, die Stimmen schallen da kräftiger, der Boden begeht sich da leichter.“

Zitat von Bertholt Brecht, aus „Der kaukasische Kreidekreis“


Copyright Gisela Bradshaw
Idar, 8. September 2011-09-09




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24.08.2011

Immer wieder



Immer wieder

Immer wieder
zieht es mich
wie von magischen Händen gezogen
hinab zu ihm
dem kleinen Fluss
tief unten im Tal.
Schon von weit her
höre ich
sein jahrtausend altes Lied
verwoben mit dem Geflüster
des Winds in den Bäumen
geheimnisvoll
raunen
von alten Geschichten,
von Menschen,
längst vergangen,
die wie ich
dieses schöne Stückchen Erde liebten,
es bis hin zu ihrem letzten
Atemzug.
nicht wegdenken konnten
aus ihrem Leben


..“und die Welt fängt an zu singen, triffst du nur das Zauberwort..“
Joseph von Eichendorff


Copyright© Gisela Bradshaw
Idar, 19. August 2011

15.08.2011

Waldspaziergang


Waldspaziergang

Unter einem weit gespannten
blauen Himmelszelt
Vorbei
an Brombeerhecken
Dornig und dicht
Mit schwarzen
in der Sonne glänzenden Früchten
Laufe ich,
atme mit tiefen Zügen
die reine,
würzige Luft des Waldes.
Durch das Grün des Gezweigs leuchten
fröhlich bunt
die blitzblanken Häuschen
der nahen Stadt.
Drei Schmetterlinge
Tanzen mit sich
und dem Sommerwind
wie kleine weiße Segler
auf und ab gleitend
spielerisch,
federleicht,
In dieser grünen Einsamkeit
Fallen meine Sorgen ab von mir
alten, dürren Schalen gleich
und mein Herz fängt an
zu singen,
zu fliegen
mit dem Sommerwind,
wie ein zarter Schmetterling,
spielerisch und federleicht.



„Die schönste Freude erlebt man immer da, wo man sie nicht erwartet.“
Von Saint-Exupéry in - Wind, Sand und Sterne –

„Es ist ein ungeheures Glück, wenn man fähig ist sich zu freuen.“
Zitat von George Bernard Shaw


Copyright© Gisela Bradshaw
Idar, den 14.08.2011



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09.08.2011

Damals





Damals

Damals
befand ich mich
mitten im Leben,
ohne zu wissen,
dass dies so war.
Bis eines Tages ich erwachte
wie aus einem langen,
bunten Traum
und fröstelnd zurückschaute
in vergangene Zeit,
die wie ein mächtiger Strom
mein Leben
Stück für Stück
mit sich gerissen hatte
und noch immer reißt,
nichts anderes zurücklassend
als ein Meer voll
bittersüßer Erinnerung.



Idar, 4. August 2011-08-09
Copyright© Gisela Bradshaw

12.06.2011

An manchen Tagen




An manchen Tagen

An manchen Tagen
ist der Himmel
wie ein Käfig
der mir die Luft zum Atmen nimmt.
Die ganze Welt,
mein Leben,
erscheinen mir trüb und leer
und dunkle Gedanken ziehen
wie Gewitterwolken
durch meinen Sinn.

Doch manchmal
ist der Himmel weit
wie das Meer
und in Gedanken segle ich davon
in einem Farbentraum
von Wolken
in bleu, rosé und hellem grau,
um voller Sehnsucht
zu erkunden
wohin wohl ihre Reise geht.





Copyright Gisela Bradshaw

23.04.2011

Der Winter ist gegangen



Mit stolzen starken Schritten
Ging er von dannen,
der lange kalte Winter,
machte Platz
für Blütenduft und laue Lüfte,
für den Frühling,
der uns aus den Häusern lockt,
uns Eis und Schnee der kalten Zeit
vergessen lässt.
So öffne dich,
mein tapferes Herz,
erfreue dich
an neuem Leben,
an Licht und Luft
und Seligkeit
an neuer Liebe,
lass dich fallen
tief
hinein
in ein Blütenmeer
von Glück.





"Frühling läßt sein blaues Band
Wieder flattern durch die Lüfte
Süße, wohlbekannte Düfte
Streifen ahnungsvoll das Land
Veilchen träumen schon,
Wollen balde kommen
Horch, von fern ein leiser Harfenton!
Frühling, ja du bist's!
Dich hab ich vernommen!"

Eduard Mörike

Copyright Gisela Bradshaw

Ein Hauch von Frühling



Ein Hauch von Frühling

Es ist nur ein kleiner Hauch
von Frühling,
der leise
durch den Äther weht.
Zartbegrünt
erwartungsvoll
tauchen die alten Weiden
ihr Geäst
tief in den Fluss,
der sonnentrunken
wie flüssig Silber
leise murmelnd
seine alten Lieder singt.


Die Nachtigall, sie war entfernt, -
Der Frühling lockt sie wieder; -
Was Neues hat sie nicht gelernt, -
Singt alte, liebe Lieder.“

Zitat von Johann Wolfgang Goethe

Copyright Gisela Bradshaw

08.04.2011

Seele des Menschen, wie gleichst du dem Wasser..



...sagte schon damals Joh. Wolfgang Goethe...

20.03.2011

Die Kraft der Zeit

Die Kraft der Zeit

Unsichtbar,
unhörbar
Glitten die letzten Sekunden
des alten Jahres
In das Glas der ewigen Zeit.
Nur einen Lidschlag meiner Augen
bedurfte es, das alte zu beenden
und das neue zu beginnen.

So reihen sich
abertausend Sekunden aneinander,
wie unsichtbare Kämpfer,
bilden Legionen,
Bataillone,
stets bereit und stark
zum Kampf
gegen alles Irdische in unserer Welt.

Treiben lassen müssen wir uns
Hilflos ausgeliefert
dem Strom der Zeit
wie auf einem Floß,
das weggetragen
von der Kraft des Flusses
uns in größere, wildere Gewässer führt,
auf dieser Reise ohne Wiederkehr.


„Nutze die Zeit: sie entgleitet dir schnell mit stürmischen Schritten, keine die folgt, ist so gut, wie es die frühere war.“
Zitat von Ovid



Das Haus




Das Haus, in dem ich lebe,
ist gewirkt aus Blüten,
und Gestirne
sind die Fenster.
Seine Türen sind aus Wind,
mit dem ich fliege
leicht und frei
in eine Welt voll Wunder.
Ich habe dieses Haus gebaut
aus vielen bunten Träumen
und der Erinnerung.
Das sagtest Du.
Ach bau mir doch,
sprach ich zu Dir,
auch solch ein Haus
so wunderschön
aus Sonne,Mond und
Sternen,
damit ich mit Dir leben kann
in Deiner Welt voll Wunder.

Copyright Gisela Bradshaw


„Träume offenbaren verborgene Dinge, die in der Tiefe schlummern.“
Zitat von Ting Yao Kang

Vorliegendes Gedicht basiert auf einem Traum.

19.12.2010

Winterblumen




Winterblumen

Wie ein hoher, schlanker,
weiß-schwarzer Mast
schwankt die Birke
vor meinem Fenster
hin und her.
Ihre von Blättern beraubten Äste
sind geschmückt mit abertausend
zu Eis gefrorenen Tropfen,
die im kalten Licht des Morgens
wie Diamanten funkeln.
Winterblumen denke ich,
und trotz Eis und Sturm
zieht ein leichtes Frühlingsahnen
hoffnungsfroh
durch meinen Sinn.



Copyright©2010 GiselaBradshaw


„………süße wohlbekannte Düfte
streifen ahnungsvoll das Land.
Veilchen träumen schon,
wollen balde kommen…“

Von Eduard Mörike

Dichter Schnee



Dichter Schnee

Dichter Schnee
hat das Land verzaubert
in einen weißen Planeten der Stille
in klirrendem Eis.
Selbst die Vögel schweigen,
haben wohl vergesen
all ihre süßen Lieder.
Fern von dir
bin ich
ganz allein.
Nur deine Stimme
dringt ab und zu
von weither
an mein Ohr
bringt mit ihrem Klang
ein bisschen Trost und Wärme
in meine weiße Einsamkeit.


„In jedem Winter steckt ein zitternder Frühling,
und hinter dem Schleier jeder Nacht verbirgt sich
ein lächelnder Morgen.“

Gedicht von Kahlil Gilbran


Copyright©2010 Gisela Bradshaw
Idar, 19.12.2010

09.11.2010

Heimat



Heimat - Assoziationen

Heimat:
Spätsommerliches Frühstück
Im Haus am Wald
Guten Morgen, Mutter,
guten Morgen, Vater.....

Heimat:
Sanft geschwungene Berge
Tiefgrünes
Wiesenland
So weit das Auge reicht

Heimat:
Sanftes Gurren
einer Taube
In luftiger Höhe des
Ahornbaumes

Heimat:
Sturzflug des Bussards
Mit rauschenden Schwingen
Über friedlichem
Feld

Heimat:
Abendsonne über goldgelbem Stoppelfeld
Tief hängender Feuerball
Explodierend
in dunkelroter Glut

Heimat:
Nachtblaues Zelt des Abendhimmels
Geschmückt mit abertausend Sternen
In dunkel raunender
Sommernacht

Heimat:
Ein Kaleidoskop von
Menschen, Landschaft,
Farben und
Gefühl.



"...und die Welt fängt an zu singen, triffst Du nur das Zauberwort“
Joseph von Eichendorff
– Aus dem Leben eines Taugenichts -


Copyright©2002 Gisela Bradshaw



Tanz des Lichts



Tanz des Lichts

Goldene Lichtkringel
tanzen vergnügt
koboldartig
auf und ab
im lichtgrünen Zelt
uralter Eichen über uns.
Warmer Sommerwind
streicht hautzart
über den See,
lässt seinen dunklen Spiegel
in konzentrischen Kreisen
sanft erzittern.
Kaskaden von Licht
ergießen sich übers Wasser
verwandeln es in einen Traum
aus Grün und Gold.
Zwei verliebte Entchen ziehen
leise quakend
Seit an Seit
gemächlich
ihre Runden,
bringen mit ihrem Geschnatter
Leben hinein
in dies stille Paradies.


Copyright Gisela Bradshaw
Maria Laach, im Juni 2010



19.12.2009

Seifenblasen





Seifenblasen

In einer Seifenblase
sah ich all die Schönheit
und Vergänglichkeit der Welt.
Kaum dass ich sie erschaffen hatte,
und sie in fragiler Zartheit
in allen Farben schillernd
durch die Lüfte schwebte,
zerplatzte sie
und war nur noch ein Traum.
Wie Wolkenbilder sind sie,
die wie Schiffe,
groß und stolz
durch den blauen Himmel segeln,
und je nach Wind und Sonne
ihre Formen wechseln,
um irgendwann am fernen Horizont
fern von mir und meinen Blicken
sich zu verlieren.
Wie mein Leben sind sie,
das als Mysterium begann,
und als solches
irgendwann
zu Ende geht.


„Alles vergeht. Neues
entsteht. Immer sich wandelnd
in irrendem Schweifen,
verläuft des Menschen Leben.“

Zitat von Euripides
(Hippolytos)


Copyright Gisela Bradshaw

19.04.2009

Frühlingserwachen


Aus fernem Land

Aus fernem Land
sind sie zurückgekehrt,
die ersten Kraniche
und mit ihnen auch der Frühling.
Neues Leben regt sich allerorten
und tausend Vogelstimmen
hoch oben in den Wipfeln
flöten süße Lieder.
Schneeglöckchen
rein und weiß
recken ihre Köpflein
nach langem Winterschlaf
lauschend
hoch aus schwarzer Erde.
Bunte Krokusse
weben emsig einen Teppich
gar prächtig anzusehen
nach all dem Grau
der letzten Zeit.

Copyright G.B.

Gedanken am Ursprung der Nahe



Endlich hab ich sie gefunden,

deine Quelle,

eingebettet im lichten Grün

von hohen Buchen,

den Ursprung deines Seins.

Kristallklares Wasser

sprudelt leise murmelnd

aus den Tiefen der Erde,

rinnt in kleinem hellem Strahl

über den Beckenrand,

herunter auf bemoosten Stein,

hinein in dein selbst geschaffenes Bett.

Kleine Seitenbäche

plätschern emsig talabwärts,

vereinigen sich mit dir,

stärken dich,

machen dich auf wundersame Weise

zu einem Fluss.

Wie lange schon

quillt dein Wasser aus der Erde?

Wo kommst du her?

Was gibt dir die Kraft,

eine Landschaft zu schaffen,

deren Schönheit mein Herz betört?

Nur du weißt die Antwort,

kleine Quelle

und der, der dich geschaffen hat.


Copyright G.B.