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12.06.2011

An manchen Tagen




An manchen Tagen

An manchen Tagen
ist der Himmel
wie ein Käfig
der mir die Luft zum Atmen nimmt.
Die ganze Welt,
mein Leben,
erscheinen mir trüb und leer
und dunkle Gedanken ziehen
wie Gewitterwolken
durch meinen Sinn.

Doch manchmal
ist der Himmel weit
wie das Meer
und in Gedanken segle ich davon
in einem Farbentraum
von Wolken
in bleu, rosé und hellem grau,
um voller Sehnsucht
zu erkunden
wohin wohl ihre Reise geht.





Copyright Gisela Bradshaw

23.04.2011

Der Winter ist gegangen



Mit stolzen starken Schritten
Ging er von dannen,
der lange kalte Winter,
machte Platz
für Blütenduft und laue Lüfte,
für den Frühling,
der uns aus den Häusern lockt,
uns Eis und Schnee der kalten Zeit
vergessen lässt.
So öffne dich,
mein tapferes Herz,
erfreue dich
an neuem Leben,
an Licht und Luft
und Seligkeit
an neuer Liebe,
lass dich fallen
tief
hinein
in ein Blütenmeer
von Glück.





"Frühling läßt sein blaues Band
Wieder flattern durch die Lüfte
Süße, wohlbekannte Düfte
Streifen ahnungsvoll das Land
Veilchen träumen schon,
Wollen balde kommen
Horch, von fern ein leiser Harfenton!
Frühling, ja du bist's!
Dich hab ich vernommen!"

Eduard Mörike

Copyright Gisela Bradshaw

Ein Hauch von Frühling



Ein Hauch von Frühling

Es ist nur ein kleiner Hauch
von Frühling,
der leise
durch den Äther weht.
Zartbegrünt
erwartungsvoll
tauchen die alten Weiden
ihr Geäst
tief in den Fluss,
der sonnentrunken
wie flüssig Silber
leise murmelnd
seine alten Lieder singt.


Die Nachtigall, sie war entfernt, -
Der Frühling lockt sie wieder; -
Was Neues hat sie nicht gelernt, -
Singt alte, liebe Lieder.“

Zitat von Johann Wolfgang Goethe

Copyright Gisela Bradshaw

08.04.2011

Seele des Menschen, wie gleichst du dem Wasser..



...sagte schon damals Joh. Wolfgang Goethe...

20.03.2011

Die Kraft der Zeit

Die Kraft der Zeit

Unsichtbar,
unhörbar
Glitten die letzten Sekunden
des alten Jahres
In das Glas der ewigen Zeit.
Nur einen Lidschlag meiner Augen
bedurfte es, das alte zu beenden
und das neue zu beginnen.

So reihen sich
abertausend Sekunden aneinander,
wie unsichtbare Kämpfer,
bilden Legionen,
Bataillone,
stets bereit und stark
zum Kampf
gegen alles Irdische in unserer Welt.

Treiben lassen müssen wir uns
Hilflos ausgeliefert
dem Strom der Zeit
wie auf einem Floß,
das weggetragen
von der Kraft des Flusses
uns in größere, wildere Gewässer führt,
auf dieser Reise ohne Wiederkehr.


„Nutze die Zeit: sie entgleitet dir schnell mit stürmischen Schritten, keine die folgt, ist so gut, wie es die frühere war.“
Zitat von Ovid



Das Haus




Das Haus, in dem ich lebe,
ist gewirkt aus Blüten,
und Gestirne
sind die Fenster.
Seine Türen sind aus Wind,
mit dem ich fliege
leicht und frei
in eine Welt voll Wunder.
Ich habe dieses Haus gebaut
aus vielen bunten Träumen
und der Erinnerung.
Das sagtest Du.
Ach bau mir doch,
sprach ich zu Dir,
auch solch ein Haus
so wunderschön
aus Sonne,Mond und
Sternen,
damit ich mit Dir leben kann
in Deiner Welt voll Wunder.

Copyright Gisela Bradshaw


„Träume offenbaren verborgene Dinge, die in der Tiefe schlummern.“
Zitat von Ting Yao Kang

Vorliegendes Gedicht basiert auf einem Traum.

19.12.2010

Winterblumen




Winterblumen

Wie ein hoher, schlanker,
weiß-schwarzer Mast
schwankt die Birke
vor meinem Fenster
hin und her.
Ihre von Blättern beraubten Äste
sind geschmückt mit abertausend
zu Eis gefrorenen Tropfen,
die im kalten Licht des Morgens
wie Diamanten funkeln.
Winterblumen denke ich,
und trotz Eis und Sturm
zieht ein leichtes Frühlingsahnen
hoffnungsfroh
durch meinen Sinn.



Copyright©2010 GiselaBradshaw


„………süße wohlbekannte Düfte
streifen ahnungsvoll das Land.
Veilchen träumen schon,
wollen balde kommen…“

Von Eduard Mörike

Dichter Schnee



Dichter Schnee

Dichter Schnee
hat das Land verzaubert
in einen weißen Planeten der Stille
in klirrendem Eis.
Selbst die Vögel schweigen,
haben wohl vergesen
all ihre süßen Lieder.
Fern von dir
bin ich
ganz allein.
Nur deine Stimme
dringt ab und zu
von weither
an mein Ohr
bringt mit ihrem Klang
ein bisschen Trost und Wärme
in meine weiße Einsamkeit.


„In jedem Winter steckt ein zitternder Frühling,
und hinter dem Schleier jeder Nacht verbirgt sich
ein lächelnder Morgen.“

Gedicht von Kahlil Gilbran


Copyright©2010 Gisela Bradshaw
Idar, 19.12.2010

09.11.2010

Heimat



Heimat - Assoziationen

Heimat:
Spätsommerliches Frühstück
Im Haus am Wald
Guten Morgen, Mutter,
guten Morgen, Vater.....

Heimat:
Sanft geschwungene Berge
Tiefgrünes
Wiesenland
So weit das Auge reicht

Heimat:
Sanftes Gurren
einer Taube
In luftiger Höhe des
Ahornbaumes

Heimat:
Sturzflug des Bussards
Mit rauschenden Schwingen
Über friedlichem
Feld

Heimat:
Abendsonne über goldgelbem Stoppelfeld
Tief hängender Feuerball
Explodierend
in dunkelroter Glut

Heimat:
Nachtblaues Zelt des Abendhimmels
Geschmückt mit abertausend Sternen
In dunkel raunender
Sommernacht

Heimat:
Ein Kaleidoskop von
Menschen, Landschaft,
Farben und
Gefühl.



"...und die Welt fängt an zu singen, triffst Du nur das Zauberwort“
Joseph von Eichendorff
– Aus dem Leben eines Taugenichts -


Copyright©2002 Gisela Bradshaw



Tanz des Lichts



Tanz des Lichts

Goldene Lichtkringel
tanzen vergnügt
koboldartig
auf und ab
im lichtgrünen Zelt
uralter Eichen über uns.
Warmer Sommerwind
streicht hautzart
über den See,
lässt seinen dunklen Spiegel
in konzentrischen Kreisen
sanft erzittern.
Kaskaden von Licht
ergießen sich übers Wasser
verwandeln es in einen Traum
aus Grün und Gold.
Zwei verliebte Entchen ziehen
leise quakend
Seit an Seit
gemächlich
ihre Runden,
bringen mit ihrem Geschnatter
Leben hinein
in dies stille Paradies.


Copyright Gisela Bradshaw
Maria Laach, im Juni 2010



19.12.2009

Seifenblasen





Seifenblasen

In einer Seifenblase
sah ich all die Schönheit
und Vergänglichkeit der Welt.
Kaum dass ich sie erschaffen hatte,
und sie in fragiler Zartheit
in allen Farben schillernd
durch die Lüfte schwebte,
zerplatzte sie
und war nur noch ein Traum.
Wie Wolkenbilder sind sie,
die wie Schiffe,
groß und stolz
durch den blauen Himmel segeln,
und je nach Wind und Sonne
ihre Formen wechseln,
um irgendwann am fernen Horizont
fern von mir und meinen Blicken
sich zu verlieren.
Wie mein Leben sind sie,
das als Mysterium begann,
und als solches
irgendwann
zu Ende geht.


„Alles vergeht. Neues
entsteht. Immer sich wandelnd
in irrendem Schweifen,
verläuft des Menschen Leben.“

Zitat von Euripides
(Hippolytos)


Copyright Gisela Bradshaw

19.04.2009

Frühlingserwachen


Aus fernem Land

Aus fernem Land
sind sie zurückgekehrt,
die ersten Kraniche
und mit ihnen auch der Frühling.
Neues Leben regt sich allerorten
und tausend Vogelstimmen
hoch oben in den Wipfeln
flöten süße Lieder.
Schneeglöckchen
rein und weiß
recken ihre Köpflein
nach langem Winterschlaf
lauschend
hoch aus schwarzer Erde.
Bunte Krokusse
weben emsig einen Teppich
gar prächtig anzusehen
nach all dem Grau
der letzten Zeit.

Copyright G.B.

Gedanken am Ursprung der Nahe



Endlich hab ich sie gefunden,

deine Quelle,

eingebettet im lichten Grün

von hohen Buchen,

den Ursprung deines Seins.

Kristallklares Wasser

sprudelt leise murmelnd

aus den Tiefen der Erde,

rinnt in kleinem hellem Strahl

über den Beckenrand,

herunter auf bemoosten Stein,

hinein in dein selbst geschaffenes Bett.

Kleine Seitenbäche

plätschern emsig talabwärts,

vereinigen sich mit dir,

stärken dich,

machen dich auf wundersame Weise

zu einem Fluss.

Wie lange schon

quillt dein Wasser aus der Erde?

Wo kommst du her?

Was gibt dir die Kraft,

eine Landschaft zu schaffen,

deren Schönheit mein Herz betört?

Nur du weißt die Antwort,

kleine Quelle

und der, der dich geschaffen hat.


Copyright G.B.

01.01.2009

Ab und zu


Ab und zu

Ab und zu
gleite ich,
wie der Taucher in das Meer
einfach so ab,
in die Tiefe meines Selbst.
Unerreichbar werde ich
wie der Stern
am dunklen Abendhimmel.
Zurückgezogen wie die Schnecke
lebe ich,
lausche nur dem Schlage meines Herzens.
Ganz im Bann der Sanduhr
zähl’ ich die Körner,
die scheinbar endlos
lautlos,
in das Glas des Lebens
fallen.


Copyright Gisela Bradshaw

Lichtblick


Lichtblick

Ein kalter Abend
Senkt sich über die City,
über alle,
die gleichgültig,
stumm,
durch die Strassen hetzen.
Auf einmal ist er da:
jung und schön
kommt er,
strahlend lächelnd
auf uns zu,
mit blitzenden Augen
im bronzenen Gesicht.
Einer Heldensage entsprungen
scheint er,
in dieser grauen Masse,
Er geht vorbei
mit federndem Schritt,
als ob er tanzte,
ein kleines Lied summend.
Entschwunden ist er,
lächelnd,
für sich,
seine Liebste
für seine Leute zu Haus,
und vielleicht
auch für uns.
Sendbote war er
aus einem Land,
wo Thymian und
Limonen wachsen
und Wein tiefrot
in Karaffen funkelt.
Ein Lichtblick war er,
den Himmel aufgerissen hat er
in unserer öden Welt.

Abschied


Abschied

Am Ufer
des Atlantik sitzend,
mein Gesicht
der Sonne zugewandt,
nehme ich Abschied,
Abschied vom heißen Sommer,
vom Zauberland der Algarve.
Mit nicht enden wollender Kraft
rollen Wellen,
gekrönt von silbrig-weißem Schaum
an den Strand.
Warmer, weicher Sand
rieselt wie eine Liebkosung
sanft über mich hin,
wärmt meinen Körper
Es gibt nur noch mich,
das Meer
und diesen Augenblick:
ein kleines Stück
Unendlichkeit.

31.12.2008

Die kleine Stadt


Die kleine Stadt

Die kleine Stadt
liegt im sonntäglichen Morgenschlaf.
Nichts regt sich,
nicht das geringste Lüftchen weht.
Meine Schritte hallen hohl
in den leeren Gassen.
Wie ein Astronaut fühl ich mich,
der in menschenleerer Einsamkeit
und klirrender Kälte
in seinem Raumschiff
das All durchquert.
Das ferne Bellen eines Hundes
durchbricht das Schweigen.
Eine Vogelschar
hoch in den Bäumen
antwortet im süßen Chor
ein Liedchen flötend.
Langsam erwacht sie,
die kleine Stadt
und auch ich fühle mich
als ein Teil des Ganzen.

Himmelsspiel


Himmelsspiel

Ein Himmel groß und weit
gemalt in zartem
Graublau, Rotgold und Rosé
wölbt sich
so weit mein Auge reicht
hoch übers nackte Winterland.
Dürre Pappeln und Weiden,
zerfetzt und durchgeschüttelt
ihrer grünen Schönheit beraubt
vom letzten Wintersturm
recken ihr Geäst
bizarren Krallenhänden gleich
in stummer Klage
hoch gen Himmel.
Die Sinfonie der Farben
explodiert im Feuerwerk
in Rot und Gold,
endet im Finale
von sanftem Taubenblau
angehaucht von zartestem Rosé
bis der Himmel
endlich Abschied nimmt
vom letzten Farbenspiel
und im schwarzblauen Nachtgewand
die ersten Himmelslichter
zündet.

Copyright Gisela Bradshaw

Die Zeit


Die Zeit

Wir können die Zeit
Nicht anhalten,
müssen sie fließen lassen
wie die Wasser des Flusses,
der unaufhaltsam
seinem Ziel entgegeneilt.
Wir sind die Boote,
die auf seinen Wogen reisen,
durch Sonne, Wind und Regen.
Alles, was gestern war,
ist morgen schon ein Traum,
die Tage unserer Kindheit,
unserer Jugend,
die Zeit der süßen Liebe
Episoden aus längst vergangenen Tagen
eingefangen auf bunten Bildern
aus starrem Zelluloid.
Nichts und niemand kann ihn aufhalten,
diesen Fluß der Zeit.
Gestern, heute, morgen
sind nur Stationen auf der Reise,
die unser Leben ist.

Copyright Gisela Bradshaw

Gedanken unter dem Sternenhimmel



Gedanken unter dem Sternenhimmel

Ich sehe all die Sterne über mir
geheimnisvoll
zu mir hinunterblinkend.
So weit sind sie,
scheinbar so klein
und doch so groß.
So viel schon
haben sie gesehen,
all die Zeiten,
die vorübergingen,
all die Menschen,
die, wie Blütenstaub im Wind,
kamen und vergingen.
Geboren wurden sie
wie wir,
zum Sterben verdammt
sind sie ebenso
wie wir.

Copyright Gisela Bradshaw